Das Bezirksjugendwerk der AWO Westliches Westfalen lädt herzlich zu einer Veranstaltung mit Dr. Katrin Voigt ein, bei der sich mit dem Nationalismus der bürgerlichen Mitte in Deutschland befasst werden soll.
Ausgehend von Interviews zum Thema nationale Identität im Alltag wie auch im gesellschaftlichen Ausnahmezustand einer Fußball-Weltmeisterschaft der Männer fragt der Vortrag: Wie wird Deutschland im Diskurs einer sich als solche verstehenden Mitte erzählt, gefühlt und reproduziert? Welche Bilder von Normalität, Zugehörigkeit, Zentrum und Peripherie entstehen dabei und wer bleibt implizit oder auch explizit außen vor? Deutlich wird, Nationalismus findet nicht ausschließlich durch bekennende Nationalist*innen statt, sondern ist strukturell in nationalstaatlich verfassten Gesellschaften angelegt. Um gegenwärtiges Wiedererstarken nationalistischer Bewegungen und Überzeugungen besser verstehen zu können, gilt es, so die Argumentation des Vortrages, u.a. auch jene häufig nicht reflektierten und nicht intendierten Formen von Nationalismus in der sogenannten Mitte der Gesellschaft aufzudecken.
Dr. Katrin Voigt arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Internationalen Psychoanalytischen Universität Berlin (IPU). Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf sozialen Identitäts- und Subjektkonstruktionen im Kontext von Klasse, Gender, ‚race‘ und Nation. Ihre Dissertation „Nationalismus der Mitte in Deutschland. Zur alltäglichen Reproduktion von Nation und sozialer Ungleichheit“ ist 2025 erschienen.
Nationalismus der Mitte in Deutschland – Von Normalität, Zugehörigkeit und den Grenzen des Wir
Dienstag, 28.07.2026
Einlass 19:00, Beginn 19:30
Zanke, Westring 41, 44787 Bochum Keine Anmeldung notwendig – wir freuen uns auf euch!